Tiefer Fall

„Es ist schön wie du stirbst“, flüstert er in ihr Ohr.

Der Wind bläst ihr eine Strähne schwarzes Haar in die Stirn, doch sie verzieht keine Miene. Mit glasigen Augen sitzt sie neben ihm, die erloschene Zigarette zwischen den Lippen. Ihr Atem geht flach und rasselt leise.

Er sieht, wie die Kälte langsam in sie kriecht und wenig später kann er es fühlen. Ihre Hand in seiner scheint zu gefrieren. Es ist fast, als würde die Kühle auf seine Finger übergreifen, doch er lässt ihre Hand nicht los.

Sie weint nicht. Kein Ton verlässt ihre Kehle außer dem rasselnden Atem, wie Kies unter Stiefelsohlen.

Er pflückt die Zigarette aus ihrem Gesicht – sanft wie ein Blütenblatt. Ihr Mund ist eine Rose. Sein Blick begegnet ihrem. Die geweiteten Pupillen ruhen wie dunkle Untiefen im Seeblau ihrer Augen und ohne Vorwarnung stürzt er in diese Dunkelheit.

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